Grundlagen für die Arbeit in Time-out Gruppen
 
Ziel der Arbeit:
Das Hauptziel der Arbeit in Time-out Gruppen ist es, die SchülerInnen sozio- emotional zu stabilisieren, ihnen fehlende Handlungskompetenzen im Arbeits- und Sozialverhalten zu vermitteln und sie nach Möglichkeit schrittweise in den normalen Schulalltag zu reintegrieren.

 

Das Hauptaugenmerk im emotionalen Bereich liegt hauptsächlich auf:
- dem Aufbau tragfähiger Beziehungen - der Vermittlung einer verbesserten Selbst- und Fremdwahrnehmung, - dem Schaffen klarer Strukturen und Abläufe im Zusammenleben, - der Vermittlung von Wertvorstellungen  - der positiven Stärkung und Förderung der Persönlichkeit.
 
Im sozialen Bereich auf:
- der Vermittlung eines angemessenen Umgangs mit Aggression, - der Erhöhung der Frustrationstoleranz, - der Vermittlung von Regeln und Richtlinien im sozialen Umgang und - dem Abbau von sozialem Fehlverhalten.
 
im Leistungsbereich auf: - der Förderung der Lern- und Leistungsmotivation - der Förderung der Bildungsmotivation insgesamt.
 
Grundlage der TOG: §24 der UN- Behindertenrechtskonvention

 

§ 24 der UN-Behindertenrechtskonvention sieht vor, „dass in Übereinstimmung mit dem Ziel der vollständigen Inklusion wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet, angeboten werden“. Das ist für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit SSV die temporäre Kleingruppe!
Grundlagen der Vernetzungssitzungen:
Gesetz vom 21.11.2013, über die Hilfen für Familien und Erziehungshilfen für Kinder und Jugendliche (Kärntner Kinder- und Jugendhilfegesetz – K-KJHG)  Der Landtag von Kärnten hat – in Ausführung des Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetzes 2013, BGBl. I Nr. 69/2013 – beschlossen:
§ 8 Verschwiegenheitspflicht  (1) Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhilfeträgers und der von ihm herangezogenen privaten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sind zur Verschwiegenheit über Tatsachen des Privat- und Familienlebens verpflichtet, die die werdenden Eltern, Eltern oder sonst mit der Pflege und Erziehung betrauten Personen, Familien, Kinder, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen mittelbar 
oder unmittelbar betreffen und ihnen ausschließlich aus dieser Tätigkeit bekannt geworden sind, sofern die Weitergabe der Informationen nicht im überwiegenden berechtigten Interesse der betroffenen Kinder, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen liegt.
 
5) Die Verschwiegenheit besteht nicht gegenüber sonstigen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Personen, Lehrern und Erziehern gemäß den schulrechtlichen Vorgaben, pädagogischem Personal gemäß dem Kärntner Kinderbetreuungsgesetz, Angehörigen von Gesundheitsberufen sowie Verwaltungsbehörden, soweit im Rahmen der Gefährdungsabklärung, der Hilfeplanung oder der Hilfen zur Erziehung das Interesse des Minderjährigen an der Weitergabe der Informationen das Interesse an deren Geheimhaltung überwiegt.
 

Aufgaben der TOG Teams im Zusammenhang mit den Vernetzungssitzungen:


- Aussenden der Einladungen zu den Vernetzungssitzungen an die für die SchülerInnen der jeweiligen TOG relevanten Kooperationspartner (ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, WG BetreuerInnen…) Eine entsprechende Vorlage wurde von D. Gasser zu Schulbeginn an alle TOG ausgesendet.
 
- Vorbereitung der interdisziplinären  Fallbesprechungen: 
 
1. Kurzes  Gesamtbild (pädagogische Kurzanamnese) aller zu besprechenden SchülerInnen - biographische Daten, familiärer Hintergrund, sozio-emotionale Grundbefindlichkeit, schulische Entwicklungen, kurze Krankengeschichte… 2. Darstellen der aktuellen Situation - augenblickliche Belastungen, schulische Leistungsfähigkeit, Ressourcen….
 
- Nach dem Statement aller Fachgruppen, Festhalten der Conclusio, bzw. der Zielvereinbarungen in einem Protokoll. - Festlegen des Protokollführers: Protokolle ergehen unbedingt an das ÜR PBZ, das regionale PBZ, an die jeweiligen PSIs, die Direktionen und ÄrztInnen. Alle anderen VernetzungsteilnehmerInnen erhalten Protokolle nach Vereinbarung und nur in Bezug auf die sie betreffenden SchülerInnen.
 
Unterrichtsplanung:


- Kernstoff: Es muss grundsätzlich in allen durch den Lehrplan vorgegebenen Gegenständen ein   Unterrichtsangebot geben. - Die Erstellung einer speziellen Förderplanung für TOG  SchülerInnen ist verpflichtend. (IFP für SchülerInnen mit SPF aufgrund einer psychischen Behinderung/ IFP Verhalten) - Bei einer Lehrplanänderung  ist der IFP der jeweiligen Schulart zu erstellen. 


- Stundenreduktionen sind grundsätzlich als Ausnahmeregelungen zu verstehen, ohne die ein Schulbesuch selbst in einer TOG unmöglich wäre. Stundenreduktionen können ausschließlich aufgrund medizinischer Begründungen erfolgen, und es muss daher  in jedem Fall ein  ärztliches Attest für die jeweilige SchülerIn vorliegen. Zudem können diese nur für einen begrenzten Zeitraum ausgestellt werden. Notwendige Stundenreduktionen werden immer in den Vernetzungssitzungen im Beisein der Fachärzte erörtert. Sollte bereits vor der ersten Vernetzungssitzung eine Reduzierung der Unterrichtszeit für eine SchülerIn unerlässlich sein, ist den Erziehungsberechtigten dies als vorläufiger Stundenplan zur Kenntnis zu bringen.
 
Grundsätzlich müssen SchülerInnen in TOG im NMS Bereich 28 Stunden (inklusive Religion) beschult werden. 21 Stunden hiervon können jeweils durch die TOG Teams abgedeckt werden. Die verbleibenden 7 Stunden werden in Schulen ohne Nachmittagsbetreuung durch die Kinderfreunde als zusätzliches Stundenkontingent zur Verfügung gestellt. An den Schulen müssen LehrerInnen nominiert werden, die jeweils im Wechsel mit den beiden TOG KollegInnen diese 7 Stunden für die SchülerInnen zur Verfügung stellen. Im Falle einer zur Verfügung stehenden SozialpädagogIn sind die entsprechenden Stunden mit diesen KollegInnen zu organisieren. Es besteht leider, wie für alle anderen KollegInnen, kein Anspruch auf einen lückenlosen Stundenplan.
 
Nachmittagsbetreuung:
- Die Nachmittagsbetreuung der SchülerInnen der TOG richtet sich zeitlich nach der Arbeitszeit der SozialpädagogInnen, dauert allerdings längstens bis 16 Uhr! - Sollten während der Arbeitszeit der SozialpädagogInnen keine SchülerInnen aus TOG zu betreuen sein, sind die SozialpädagogInnen als ExpertInnen für alle Kinder mit SSV am Standort zu verstehen. Auch bei der Betreuung dieser Kinder ist diese, wenn möglich,  im Sinne einer inklusiven Grundhaltung, in Anbindung an die jeweilige Großgruppe zu organisieren. 
 
Wochenberichte
- Gesamtbild über die augenblickliche Befindlichkeit, Entwicklung und das Leistungsvermögen der SchülerInnen soll vermittelt werden (keine tägl. Aufzählungen) - Deckblatt verwenden (Vorlage wurde ausgesendet) - an das ÜR PBZ für Verhalten (Zobernig/Gasser/Leitner) und reg. PBZ - bis spätestens Dienstag der darauffolgenden Woche 
 
Teilnahme an Konferenzen:
Vorschlag: Anfangs -, Schluss- und Notenkonferenzen sind verpflichtend zu absolvieren, alle anderen nach Absprache und in Bezug auf deren Bedeutung für die Arbeit in einer TOG.
Meldepflicht bei Kindeswohlgefährdung:
Sollte im Kontext der schulischen Arbeit der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bestehen, unterliegen alle LehrerInnen und SozialpädagogInnen einer schriftlichen Meldeverpflichtung

 

Grundlagen
Grundlagen für die Arbeit in Time-out Gr
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