Rundschreiben 16/2016

 

Die im Rundschreiben beschriebenen Richtlinien regeln die Begabungs- und Begabtenförderung an

 

allgemein bildenden Pflichtschulen in Kärnten.

 

1. Ausgangslage

 

Der Landesschulrat für Kärnten regelt die Förderung von außerordentlich begabten Schülerinnen

und Schülern neu. Schülerinnen und Schüler mit Fähigkeiten und Interessen, die deutlich über

jenen ihrer Altersgruppe liegen, sollen in ihren Begabungsbereichen an die Leistungsgrenze

 

geführt werden, damit sie kognitive Herausforderungen erleben und nicht unterfordert werden.

 

2. Gesetzliche Grundlagen

 

• Anspruch auf Förderung begabter Schülerinnen und Schüler:

§17 Abs. 1 des SchUG: „Der Lehrer hat (…) jeden Schüler nach Möglichkeit zu den seinen

Anlagen entsprechenden besten Leistungen zu führen (…)“

• 2. Schulrechtspaket 2005 zur Begabtenförderung

• Grundsatzerlass zur Begabtenförderung (Rundschreiben NR. 16/2009 vom 24.8.2009)

• Erlass „Besser Fördern“ – Verpflichtendes standortbezogenes Förderkonzept (Rundschreiben

NR. 11/2005)

• Erlass "Initiative 25+": Individualisierung des Unterrichts - Persönlichkeit und Lernvoraussetzungen

der einzelnen Schüler/innen in den Mittelpunkt stellen (Rundschreiben 9/2007)

Grundsatzerlass „Ganzheitlich - kreative Lernkultur in den Schulen“ (Rundschreiben 15/2009)

• Leitfaden Akzeleration, Vorzeitige Einschulung, Überspringen von Schulstufen, Wechsel von

 

Schulstufen, ÖZBF (2015)

 

 

3. Allgemeine Ziele der Begabungs- und Begabtenförderung

 

• Chancengleichheit aller Schülerinnen und Schüler auf Förderung sicher stellen

• Stärken der Schülerinnen und Schüler rechtzeitig erkennen und mit gezielten Angeboten

fördern

• Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler durch eine ganzheitliche

Förderung stärken

• Wissen und Können im Interessensgebiet der Schülerinnen und Schüler unterstützen

• adäquate Lern- und Arbeitstechniken entwickeln und verbessern

• Anregungen auf hohem Niveau anbieten, welche die Entfaltung der eigenen Kreativität, der

Motivation und der Begabung ermöglichen sollen

• Schwächen über die Stärken der Schülerinnen und Schüler ausgleichen bzw. verbessern

• Verhaltensauffälligkeiten und Minderleistungen verhindern

• Kontakte zwischen Familie und Schule fördern

• Vernetzungsmöglichkeiten zwischen helfenden Einrichtungen (Koordinationsstelle für

Begabungs- und Begabtenförderung, Schulpsychologie, Familie, Schule, außerschulische

Fördereinrichtungen, …) herstellen

• Förderkompetenz der Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit besonders begabten Kindern

 

erweitern

 

 

4. Zielgruppe

 

Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Interessen und Begabungen deutlich über denjenigen

 

ihrer Altersklasse liegen.

 

 

5. Identifikation der Schüler und Schülerinnen

 

• Lehrpersonen und Eltern achten auf Kinder, die mit ihren Begabungen und Interessen deutlich

über denjenigen ihrer Altersklasse liegen. Nähere Informationen zum Erkennen von

Begabungen unter http://www.oezbf.at/cms/index.php/1217.html.

• Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Gruppen der Mädchen, Migranten, Underachiever

und Kinder aus bildungsfernem Milieu zu legen.

• Weitere pädagogische Abklärung und Beurteilung der Kinder durch die Koordinationsstelle der

Begabungs- und Begabtenförderung.

• Bei Bedarf ist eine schulpsychologische Austestung heranzuziehen (z. B. Anspruchsberechtigung

für die BF-Stunde).

 

• Eltern und Lehrpersonen werden aktiv in den Identifikationsprozess einbezogen.

 

 

6. Methodische Vorgehensweise zur Entscheidung über die geeigneten

Fördermaßnahmen

 

Folgende methodische Vorgehensweisen sollen die Förderung von begabten und hochbegabten

Schülerinnen und Schülern gewährleisten:

• Kontaktaufnahme mit der Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung

(Formblatt 1 Kontaktformular)

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

• Hospitation in der jeweiligen Klasse und pädagogische Abklärung der Schülerin bzw. des

Schülers durch die Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung am

Schulstandort

• Die Entscheidung über die geeigneten Fördermaßnahmen im Sinne der Begabungs- und

Begabtenförderung werden im Rahmen einer Vernetzungskonferenz unter Beteiligung der

Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung, der Schulleitung, der

Klassenlehrperson und der Erziehungsberechtigten getroffen, sowie bei Bedarf mit der

Schulaufsicht und Schulpsychologie.

• Die Fördermaßnahmen werden durch die Koordinationsstelle der BBF im individuellen

Förderkonzept im Rahmen einer Vernetzungskonferenz in schriftlicher Form festgehalten, dem

jeweiligen Schülerinnen- bzw. Schülerakt beigefügt und den Erziehungsberechtigten in

 

kopierter Form ausgehändigt.

• Das Förderkonzept wird zweimal im Schuljahr im Rahmen einer schriftlichen Rückmeldung

durch die Lehrperson evaluiert.

(Formblatt 2 Rückmeldung FörderlehrerIn und Formblatt 3 Rückmeldung KlassenlehrerIn)

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

• Bei Bedarf wird das Förderkonzept im Rahmen eines Vernetzungsgespräches adaptiert.

• Die Fördermaßnahmen werden von den Lehrpersonen dokumentiert.

• Die Erziehungsberechtigten können für ihr Kind die Angebote der Begabungs- und Begabtenförderung

in Anspruch nehmen oder darauf verzichten.

• Die Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung begleitet die Fördermaßnahmen

 

und empfiehlt den zeitlichen Umfang der Förderung.

 

 

7. Maßnahmen der Begabungs- und Begabtenförderung

 

Die Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) basiert auf fünf Säulen:

 

7.1 Individualisierung im Unterricht

BBF erfolgt grundsätzlich im Klassenunterricht. Es soll dabei auf die verschiedenen Begabungen

und Interessen der Schülerinnen und Schüler Rücksicht genommen werden. Jedes Kind soll

seinen Stärken entsprechend gefördert werden. Die Klassenlehrperson wird durch eine

Lehrperson der Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung im Finden und

Umsetzen geeigneter Fördermöglichkeiten unterstützt.

 

7.2 Anreicherung des Unterrichts (Enrichment)

…durch spezifische Methoden und Lernarrangements, z. B. Atelierbetrieb, Projektunterricht, 2-

Phasen-Unterricht, Klub der klugen Köpfe, Englisch-Redewettbewerb etc.

„Enrichment bezeichnet alle Vertiefungsmöglichkeiten für motivierte, interessierte und begabte

Schüler/innen, um in ihrem Begabungsgebiet Expertenwissen zu entwickeln und auf

Leistungsexzellenz hinzuarbeiten. Zum einen können frei gewählte Inhalte vertieft werden, zum

anderen kann der Horizont der Schüler/innen erweitert und ein breiter Überblick über auch

außerschulische Themenfelder ermöglicht werden.“ (ÖZBF, 2014, S. 47)

Die Schulleitung und die Klassenlehrperson werden durch eine Lehrperson der

Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung im Finden und Umsetzen

geeigneter Fördermöglichkeiten unterstützt.

 

7.3 Vorzeitige Einschulung, Überspringen von Schulstufen, Wechsel der Schulstufen (Akzeleration)

„Akzeleration gibt Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ein vorgegebenes Curriculum

beschleunigt zu durchlaufen. Dies kann sowohl auf individueller Ebene passieren (vorzeitige

Einschulung, Überspringen von Schulstufen, Schüler/innen an die Hochschulen usw.) als auch

auf Klassenebene (Schnellzugklassen usw.).“ (ÖZBF, 2014, S.48)

Der „Leitfaden Akzeleration, Vorzeitige Einschulung, Überspringen von Schulstufen, Wechsel

von Schulstufen“ (ÖZBF) gibt Auskunft über das Procedere dieser Fördermaßnahmen, sowie

den Aufgaben der beteiligten Institutionen, Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten und ist

ab dem Schuljahr 2016/17 anzuwenden.

Download unter http://www.oezbf.at/cms/index.php/publikationen-1143.html

 

7.3.1 Praktische Durchführung

• Kommunikation

Eine direkte, kontinuierliche und lückenlose Kommunikation unter Einbindung aller

beteiligten Personen (Direktor/in, Lehrer/innen, Eltern, Kind, Koordinationsstelle der BBF,…)

ist für ein erfolgreiches Überspringen, eine vorzeitige Aufnahme bzw. einen erfolgreichen

Wechsel der Schulstufe erforderlich.

• Formulare

Formulare zur „Vorzeitigen Aufnahme“, dem „Wechsel der Schulstufe“, dem „Überspringen

der Schulstufe“ sowie dem Widerruf dieser Maßnahmen sind auf der Homepage der

Koordinationsstelle für BBF zu finden.

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

• Zeugnisausstellung

Im Zeugnisformular ist folgender Text anstelle des standardmäßig vorhandenen Absatzes

einzufügen: „Er/Sie ist gemäß § 26 des Schulunterrichtsgesetzes (Überspringen von

Schulstufen) zum Aufsteigen in die übernächste Schulstufe berechtigt.“

• Schulverwaltungsprogramm SOKRATES

Das Schulverwaltungsprogramm SOKRATES berücksichtigt das Überspringen, die Vorzeitige

Aufnahme bzw. den Wechsel der Schulstufe.

 

7.4 Begabtenförderstunde (BF-Stunde) für identifizierte hochbegabte Schülerinnen und Schüler

Forschungsergebnisse belegen, dass das effektivste Modell zur optimalen Förderung besonders

begabter Kinder der individuelle Unterricht durch einen Mentor ist.

„Mentoring ist eine zeitlich relativ stabile dyadische Beziehung zwischen einem/einer

erfahrenen Mentor/in und seinem/r/ ihrem/r weniger erfahrenen Mentee. Sie ist durch

gegenseitiges Vertrauen und Wohlwollen geprägt, ihr Ziel ist die Förderung des Lernens und der

Entwicklung sowie das Vorankommen des/der Mentees“. (Ziegler, 2009, S. 11)

Die Begabtenförderstunde (BF-Stunde) ist in die Stundentafel integriert und Lehrpersonen der

Sekundarstufe 1 fungieren als Mentoren. Hochbegabte Schülerinnen und Schüler werden

einmal in der Woche in ihrem Interessens- bzw. Begabungsgebiet von einem Experten und

Expertinnen ihres Fachgebietes unterrichtet. Diese BF-Stunde findet idealerweise parallel zum

Unterrichtsfach statt, in dem die Begabung vorhanden ist.

 

7.4.1 Ziele, die über die allgemeinen Ziele von Punkt 3 hinausgehen und besonders forciert werden sollen:

• Weiterentwicklung im Fach- und Interessensgebiet

• Kennenlernen spezifischer Denk- und Vorgangsweisen aus dem Fach- und Interessensgebiet

• Anregung zur Selbstreflexion und Analyse

 

7.4.2 Zielpersonen:

• Schülerinnen und Schüler, die eine weit überdurchschnittliche Intelligenz im Vergleich zu

ihrer Altersnorm aufweisen (IQ-Wert ≤ 130).

• Schülerinnen und Schüler, die eine Hochbegabung in mindestens einem der folgenden

Bereichen zeigen: mathematisch-logischer Bereich, sprachlicher Bereich, naturwissenschaftlicher

Bereich

• Ein besonderes Augenmerk ist auf die Gruppen der Mädchen, Migranten, Underachiever

und Kinder aus bildungsfernem Milieu zu richten.

 

7.4.3 Organisation der Begabtenförderstunde (BF-Stunde)

• Die Koordination und Organisation der BF-Stunde übernimmt die Koordinationsstelle der

Begabungs- und Begabtenförderung.

• Die BF-Stunde ist jeweils für ein Jahr genehmigt und muss jährlich durch die Schulleitung bei

der Koordinationsstelle der BBF mit dem Formblatt 4 Antrag Begabtenförderstunde

beantragt werden.

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

• Die BF-Stunde findet einmal pro Woche in dem speziellen Begabungsbereich des Kindes

statt, idealerweise parallel zum betreffenden Unterrichtsfach. Das Kind hat dadurch keine

Erweiterung der Stundentafel.

• Als Mentor bzw. Mentorin fungiert eine Lehrperson der Sekundarstufe 1 aus der

Bildungsregion, die eine Ausbildung für das benötigte Unterrichtsfach hat.

Voraussetzung für diese Tätigkeit ist eine begabungsfördernde Haltung. Idealerweise hat

diese Lehrperson entweder eine ECHA-Ausbildung oder eine einschlägige Zusatzqualifikation.

Die Auswahl der Lehrperson erfolgt in Absprache mit der Schulaufsicht, der

Lehrperson, der Schulleitung und der Koordinationsstelle der BBF.

• Die BF-Stunde findet in den Räumlichkeiten der Schule des zu fördernden Kindes statt, in

einem für die Arbeit geeigneten Schulraum.

• Die BF-Stunde kann im Einzelunterricht oder in einer Gruppe mit bis zu fünf Kindern

stattfinden. Die Kriterien für die Zusammensetzung der Gruppe werden individuell mit der

Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung besprochen und angepasst.

• Die Inhalte für die Förderprogramme werden aus den Interessen der Schülerinnen und

Schüler erhoben.

• Abgabe der Evaluierungsblätter Formblatt 2 Rückmeldung FörderlehrerIn und Formblatt 3

Rückmeldung KlassenlehrerIn am Ende des Semesters an die Koordinationsstelle der

Begabungs- und Begabtenförderung.

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

 

7.4.4 Procedere für den Erhalt einer BF-Stunde:

• Die Schulleitung beantragt mittels Formblatt 4 Antrag Begabtenförderstunde bei der

Koordinationsstelle für BBF für das betreffende Kind eine BF-Stunde.

Download unter http://www.sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

• Pädagogische Abklärung durch Experten und Expertinnen der Koordinationsstelle für BBF

(Unterrichtsbeobachtung, Lehrer- und Lehrerinnengespräch, Schüler- und Schülerinnengespräch

sowie Elterngespräch).

• Psychologische Abklärung der Hochbegabung. (Schulpsychologie, niedergelassener

Psychologe, Mini-Ambulatorium, ….)

• Weiterleitung des BF-Antrags an die Schulaufsicht durch die Koordinationsstelle der

Begabungs- und Begabtenförderung.

• Die Einteilung der Förderlehrperson erfolgt durch die Schulaufsicht in Absprache mit der

Koordinationsstelle für BBF.

 

7.4.5 Aufgaben der Förderlehrperson:

• Kontaktaufnahme mit der zugewiesenen Schule

• Fixierung der BF-Stunde innerhalb der Stundentafel des Kindes in Absprache mit den

Schulleitungen

• Erteilung eines individuell angepassten Unterrichts im speziellen Interessensgebiet des

Kindes, wobei die Schwerpunkte der Unterrichtsarbeit in der Förderung der Kreativität, der

Motivation und der Begabung liegen

• Dokumentation der Förderstunde

• Eingehen auf individuelle Bedürfnisse des Kindes (Motorik, Sozialverhalten, Lerntechniken,

..…)

• Erteilung einer förderorientierten Leistungsrückmeldung

• Die Leistungsbeurteilung im jeweiligen Unterrichtsfach erfolgt ausschließlich durch die

Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer.

• Teilnahme an den Konferenzen der Koordinationsstelle der Begabungs- und

Begabtenförderung

• Teilnahme an der Landesarbeitsgemeinschaft für Begabungs- und Begabtenförderung

• Vernetzungsarbeit, sowohl mit den Lehrkräften, den Schulleitungen der betreffenden

Schulen und der Koordinationsstelle für BBF

• Abgabe des Evaluierungsblattes Formblatt 2 Rückmeldung FL am Ende des Semesters an die

Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung

Download unter http://sonderpaed.jimdo.com/bbf/formulare

 

7.4.6 Anforderungen an die Förderlehrperson

• begabungsfördernde Haltung

• hohe Motivation

• Flexibilität

• Teamfähigkeit

• Bereitschaft zur Weiterentwicklung der theoretischen und persönlichen Kenntnisse und

Fähigkeiten

• idealerweise eine ECHA-Ausbildung oder eine einschlägige Zusatzqualifikation

• idealerweise Erfahrung im Umgang mit hochbegabten Kindern

 

7.5 Außerschulische landesweite Fördermöglichkeiten (Werkstätten)

Außerordentlich begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler arbeiten in altersgemischten

Gruppen mit Lehrpersonen der Sekundarstufe 2 an anspruchsvollen Themen.

Diese Arbeit ermöglicht es den Schüler/innen, sich in ihrem Interessensgebiet und in neue

Bereiche zu vertiefen und mit ähnlich Begabten zusammenzuarbeiten. Die Inhalte dieser

Werkstätten sind anspruchsvoll und auf die Förderung von begabten und hochbegabten

Schülerinnen und Schülern ausgerichtet.

 

7.5.1 Ziele, die über die allgemeinen Ziele von Punkt 3 hinausgehen und besonders forciert werden sollen:

• Eingliedern und Arbeiten in heterogenen Gruppen

• Fördern von sozialen Kontakten in Gruppen von Kindern mit großer Neugier und hoher

Motivation

• Erwerben von neuen Kenntnissen im Interessensgebiet

• Fördern der eigenen Kreativität und der Motivation

 

7.5.2 Zielpersonen:

• Hochbegabte und interessierte Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Interessen und

Begabungen deutlich über denjenigen ihrer Altersklasse liegen.

• Ein besonderes Augenmerk ist auf die Gruppen der Mädchen, Migranten, Underachiever

und Kinder aus bildungsfernem Milieu zu richten.

 

7.5.3 Organisation der außerschulischen Werkstätten:

• Die Gruppen setzen sich aus 7 – 14 jährigen Kindern aus Kärnten zusammen. Der Altersunterschied

der Schülerinnen und Schüler in einem Kurs beträgt höchstens vier Jahre. Die

Gruppengröße variiert zwischen 8 und 15 Kindern.

• Es werden vorerst Kurse aus den Bereichen Mathematik, Sprache und Naturwissenschaften

angeboten. Die Unterrichtsinhalte unterscheiden sich vom Lehrplanstoff und von den

Inhalten der fakultativen Fächer.

• Die Werkstätten finden jeweils einmal im Monat nachmittags statt.

• Die Angebote finden in einem für die Arbeit geeigneten Schulraum in zentraler Lage in

Klagenfurt oder Villach statt.

• Die Angebote werden während des gesamten Schuljahres angeboten (ca. 2 - 3 Unterrichtseinheiten

pro Werkstatt). Die Anzahl der Angebote variiert von 6 – 8 Werkstätten pro

Schuljahr.

• Die Anmeldung ist für die Dauer der Werkstatt gültig.

• Bei den Werkstätten handelt es sich um durch den Landesschulrat erklärte schulbezogene

Veranstaltungen.

• Die Erziehungsberechtigten sind für das Bringen und Abholen der Schulkinder

verantwortlich.

• Die Nomination und Einladung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgt durch die

Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung.

• Die Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung übernimmt die

Organisation der Werkstätten.

 

7.5.4 Aufgaben der Lehrperson:

• Erteilung eines intellektuell anspruchsvollen, fundierten und pädagogisch durchdachten

Unterrichts.

• Die Schwerpunkte des Unterrichts liegen in einem kreativen, motivierenden und

intellektuellen Umgang mit dem jeweiligen Fachgebiet.

• Vernetzungsarbeit mit der Koordinationsstelle der Begabungs- und Begabtenförderung.

 

7.5.5 Finanzierung der Werkstätten:

Die Lehrpersonen und die benötigten Materialien werden durch Sponsoring von Vereinen bezahlt. 

 

8. Verwendete Literatur

 

- ÖZBF: FAQs zur Begabungs- und Exzellenzförderung. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage.

2014. Salzburg

- Ziegler, A.: Hochbegabung. UTB Verlag. 2009. München.

- Konzept Begabtenförderung der IBEM-Regionen Kander- und Engstligental,

Niedersimmental, Spiez-Aeschi-Krattigen in der Schweiz

 

- Konzept Begabtenförderung der Primarschule Uster. 2011

 

 

9. Inkrafttreten

Das Rundschreiben tritt mit Beginn des Schuljahres 2016/17 in Kraft.

 

 

Für den Amtsführenden Präsidenten:

 

Dr. Wieser

 

Anlagen:

Formblatt Nr. 1 „Kontaktformular“

Formblatt Nr. 2 „Rückmeldung FörderlehrerIn“

Formblatt Nr. 3 „Rückmeldung KlassenlehrerIn“

Formblatt Nr. 4 „Antrag Begabtenförderstunde“

 

 

F.d.R.d.A.

 

Wagenthaller

 

 

Rundschreiben Nr. 16_2016.pdf
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