EVEU - Modell - Beschreibung
EVEU - Modell - Beschreibung_Kittner (20
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In enger Zusammenarbeit von Klassen- und Förderlehrer/innen für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Rechenschwäche können Defizite in den Grundkompetenzen Lesen, Rechtschreiben und Mathematik frühzeitig erkannt werden.  Diesen wird im Unterricht durch konsequentes Umsetzen einer aktuellen Fachdidaktik und Integrieren evidenzbasierter Förderkonzepte aus der Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche-Forschung begegnet.

 

Gleichzeitig ist es auch ein zentrales Anliegen, den Blick auf die Stärken zu richten, Freude und Erfolg zu gewährleisten und somit die Lernfreude der Kinder zu erhalten.

 

 

 

„Zum Denken provozieren“ ist der Leitsatz eines kompetenzorientierten und auf Verständnis ausgerichteten Mathematik-Unterrichts. Im Gegensatz dazu gilt als Grundforderung für den Rechtschreibunterricht das Prinzip, „Fehler bei schriftlichen Arbeiten zu vermeiden, und nicht bereits gemachte Fehler zu diskutieren“. Der Aufbau sozial-emotionaler Kompetenz und verantwortlichen Verhaltens ist ebenfalls ein zentraler Lernbereich.

 

 

 

EVEU wurde anfangs für die erste und zweite Schulstufe konzipiert. Aufgrund der Erfahrungen in der Praxis sowie der Empfehlungen einer aktuellen Fachdidaktik wird das Konzept seit 2012/2013 auch auf die 3. und 4. Schulstufe übertragen.

 

 

EVEU - Eine große professionelle Lerngemeinschaft Klassenlehrer/innen, Förderlehrer/innen und Fachdidaktiker/innen

 

Förderlehrer/innen für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche

Landesarbeitsgemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft der EVEU-Begleitlehrer/innen (Förderlehrer/innen, die präventiv in der Unterrichtsbegleitung eingesetzt sind)

6 fachspezifische Fortbildungen pro Schuljahr

 

 

Konzept-Entwicklung 2007 – 2010:  Angelika Kittner, Volksschullehrerin, Förderlehrerin für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche; mit Unterstützung des LSR Kärnten, LSI Dr. Dagmar Zöhrer,  Andrea Wrulich, PBZ-Leitung; seit 2019/2020: Bildungsdirektion Kärnten, Fachbereich Inklusion, Diversität, Sonderpädagogik - FIDS; IMST-Award 2010;  

 

 

 

https://www.sonderpaed.at/fachbereiche/eveu/

 

https://www.imst.ac.at/imst-wiki/images/archive/c/c3/20091009065920!1505_Kittner_Anhang3.pdf

 

Info-Film (2008/2009):   https://vimeo.com/16498350

 

 

ZIELE:         Erfolge von Anfang an! – Lernen am Erfolg!

 

ü Erfolgreiches Lernen für alle Kinder –                          Erreichen der Bildungsstandards

 

 

 

ü Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwächen und Rechenschwächen

 

 

 

Ø Professionalisierung der Lese-Rechtschreibförderung im Unterricht durch Integrieren von evidenzbasierten Lese-Rechtschreib-Förderkonzepten

 

Ø Entwicklung und Umsetzung eines auf Verständnis aufbauenden, kompetenzorientierten und herausfordernden Mathematik-Unterrichts durch konsequentes Umsetzen einer aktuellen Mathematik-Fachdidaktik

 

Ø Enge Kooperation von Klassenlehrer/innen und Förderlehrer/innen für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche sowie Fachdidaktiker/inne/n  (Professionelle Lerngemeinschaft)

 

Ø Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreib- und  Rechenschwierigkeiten im Unterricht durch Förderlehrer/innen für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche

 

Ø Fordern leistungsstarker Kinder durch herausfordernde Aufgaben/ Lernumgebungen für Rechenschwache bis Hochbegabte (Hengartner/Hirt/Wälti)

 

Ø (Begleitende) Elternberatung mit Schwerpunktsetzung auf Prävention von LRS- und Rechenschwierigkeiten

 

 

ZIEL-BESCHREIBUNGEN

 

Ø Lernen am Erfolg - „Nichts ist motivierender als Erfolg!“

 

In einem kompetenzorientierten Unterricht werden Kinder „von Erfolg zu Erfolg“ geführt. Defizite und Leistungsrückstände sollen vermieden werden!

 

Bildungsstandards sollen erreicht werden!

 

 

 

Ø Lernzielerreichendes Lernen bzw. selbstreguliertes Lernen

 

Regelmäßige Lernstandsanalysen bilden die Basis für einen differenzierten Unterricht. (Pädagogische Diagnostik in Form von Lernprozess- bzw. Förderdiagnostik als Basis für erfolgreiche Lernprozesse)

 

                      http://www.sqa.at/pluginfile.php/813/course/section/373/hattie_studie.pdf

 

 

 

Ø Lese-Rechtschreib-Sicherheit durch einen strategiegeleiteten und

 

systematischen Lese-Rechtschreib-Aufbau

 

Die Schwierigkeitsstufen des natürlichen Lese-Schreiblernprozesses werden (analog zu Legasthenie-Förderkonzepten) konsequent eingehalten.

 

Evidenzbasierte Förderkonzepte als Basis: z. B.  Kieler Leseaufbau,

 

Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung (Reuter-Liehr),

 

RoLeR TP (Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramm),

 

RESL – Regensburger selbstreguliertes Lesetraining;

 

                        https://pubshop.bmbwf.gv.at/index.php?rex_media_type=pubshop_download&rex_media_file=19_evidenzbasierte_lrs.pdf

 

                        http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Legasthenie/LRS_Handreichung.pdf

 

 

 

 

 

Ø Ein auf Verständnis ausgerichteter Mathematik-Unterricht

 

auf Basis einer aktuellen Fachdidaktik und Dyskalkulie-Förderkonzepten

 

Die Empfehlungen einer aktuellen Mathematik-Fachdidaktik werden

 

konsequent umgesetzt.  (Gaidoschik, Müller, Wittmann: mathe 2000, Schmassmann u. a.) 

 

        http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Dyskalkulie/rechenschwaeche.PDF

 

 

Ø Lernumgebungen in Form von herausfordernden Aufgaben im Mathematik-Unterricht ermöglichen eine natürliche Differenzierung. Langsam und schnell Lernende entwickeln sich an gemeinsamen sogenannten substantiellen Aufgaben entsprechend ihrer Begabungen weiter. (Hengartner, Hirt, Wälti: Lernumgebungen für Rechenschwache bis Hochbegabte)

 

 

 

Ø Förderung sozial-emotionaler Kompetenz sowie verantwortlichen Verhaltens (z. B. Gewaltfreie Kommunikation, Marshall B. Rosenberg)

 

 

 

Ø Lehrer/innen als Lernbegleiter/innen fördern und fordern Kinder in gemeinsamen sowie offenen Unterrichtsphasen.

 

Sie gestalten strukturierte Funktionsräume für die einzelnen Lernbereiche als Basis für selbstständiges Lernen der Kinder im individuellen Tempo. 

 

 

 

Ø Lehrer/innen als Lernende besuchen begleitend Fachdidaktik-Qualitäts-zirkel-Gruppen und entwickeln im Team ihren Unterricht weiter. Das Förderlehrer/innen-Team bildet sich in fachspezifische Fortbildungen weiter. Alle miteinander bilden eine große professionelle Lerngemeinschaft.

 

 

 

Grenzen des Klassenunterrichts

 

Kinder mit einer massiven Lese-Rechtschreibstörung sowie Rechenstörung benötigen nach Aussage von Experten/Expertinnen eine außerschulische Einzelförderung im Sinne einer Therapie. 

 

 

 

Früh erkannt sind die Chancen für einen guten Schulerfolg dennoch sehr hoch. EVEU leistet hier den wichtigen Beitrag durch die frühe Erkennung von Schwächen und durch zusätzliche Förderung im Unterricht. (im Rahmen des zur Verfügung stehenden Stundenkontingents).

 

 

(Natürliche) Differenzierung

 

In einem kompetenzorientierten Unterricht werden Kinder „von Erfolg zu Erfolg“ geführt.

 

Differenziertes Lernen im gemeinsamen Unterricht in Kombination mit Lernstufenplänen, die durch die einzelnen Lernstufen führen, ist eine der Umsetzungsmöglichkeiten.

 

Lehrer/innen gestalten Lernumgebungen in Form von Funktionsräumen für die verschiedenen Lernbereiche. Selbstständiges und selbstreguliertes Lernen werden aufgebaut und begleitet.

 

Im Mathematikunterricht werden regelmäßig Lernumgebungen in Form substanzieller/herausfordernder Aufgabenstellungen eingesetzt. Diese sind so gestaltet, dass langsam Lernende einen Zugang finden und besonders Begabte durch vertiefende Fragestellungen entsprechend ihren Möglichkeiten gefördert werden. Dadurch entsteht eine natürliche Differenzierung. (Hengartner, Hirt, Wälti)

 

Lehrer/innen als Lernbegleiter/innen fördern und fordern Kinder in gemein-samen lehrer/innengeleiteten sowie in offenen Unterrichtsphasen.

 

 

 

Das Kind steht im Mittelpunkt!

 

Ø Individuelle Lernfortschritte – hohe Lernmotivation!

 

Ø Aktiv-entdeckendes und selbstreguliertes Lernen

 

Ø Miteinander und voneinander lernen - „Trainer-Sportler-Prinzip“

 

Ø Mathematik verstehen!

 

Ø Lese-Rechtschreib-Sicherheit durch systematisches und

 

 strategiegeleitetes Lesen- und Schreibenlernen

 

Ø „Fehlerfreunde“ als Helfer

 

 

Unterstützungssystem für den Unterricht

 

 

 

Diese umfassenden Ziele können nicht von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden.

 

Es bedarf dies einer Lehrer/innen-Fortbildung und einer anschließenden prozessbezogenen Unterrichtsbegleitung. Durch die Zusammenarbeit mit einer Förderlehrerin/einem Förderlehrer für Kinder mit Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche werden neben dem Kompetenztransfer aus dem Bereich der Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche-Förderung ebenso Früherkennung und integrative Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben und Rechnen im Unterricht ermöglicht.

 

Darüber hinaus werden im Austausch mit den Klassenlehrkräften viele Möglichkeiten eines kompetenzorientierten Unterrichts, der die Stärken und Schwächen aller Kinder berücksichtigt, erforscht und reflektiert.

 

 

 

Im Rahmen der fachspezifischen Unterrichtsbegleitung (Intensiv-Begleitung) wird gemeinsam mit der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer eine optimale Differenzierung, abgestimmt auf die jeweilige Klassenkonstellation, erarbeitet.

 

Die Förderlehrerin/der Förderlehrer unterstützt auch bei der pädagogischen Diagnostik. 

 

Kinder mit Lese-Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten werden durch die Förderlehrerin / den Förderlehrer im Rahmen des Klassenunterrichts integrativ gefördert.  

 

              http://www.mathematik.uni-dortmund.de/ieem/mathe2000/pdf/foerderansatz.pdf

 

 

 

 

Der Austausch in den Fachdidaktik-Qualitätszirkeln EVEU  (7mal im Schuljahr) ist enorm hilfreich. Die Qualitätszirkelleiterin/der Qualitätszirkelleiter bringt die jeweils aktuellen fachdidaktischen Inhalte ein. Erfahrungen und Ideen werden ausgetauscht. Individuelle Lösungsansätze, die unmittelbar im Unterricht umgesetzt werden können, werden gemeinsam erarbeitet.

 

Die Kombination der Intensiv-Begleitung und der monatlichen EVEU-Qualitätszirkel ermöglicht ein „punktgenaues“ Aufgreifen anstehender Fragen in Bezug auf die Umsetzung im Unterricht. Fachdidaktische sowie methodisch-didaktische Problemstellungen werden im Team bearbeitet und neue Lösungen fließen unmittelbar in den Unterricht ein.

 

Diese enge Kooperation von Klassenlehrer/innen und Förderlehrer/innen für Kinder Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche führt zu permanenter Unterrichtsentwicklung. Insgesamt entsteht eine neue Lernkultur unter Lehrenden – begleitet von vielen „AHA-Erlebnissen“ und positiven Erfahrungen!

 

Das EVEU-Unterstützungssystem für den Unterricht wird im Ansuchen um fachspezifische Unterrichtsbegleitung genau beschrieben.  

 

 

 

Vorbereitungsphase:

 

In einer 6-teiligen Seminarreihe der Pädagogischen Hochschule erhalten Lehrer/innen Basiswissen in den Bereichen LRS- und Mathematik-Fachdidaktik, Förderkonzepte, Pädagogische Diagnostik und Organisation eines kompetenzorientierten, differenzierten Unterrichts.

 

 

 

Weitere Informationen: 

 

Begleitheft zum EVEU-Film, S. 9 ff, Film:  Kittner, EVEU-Konzept  www.imst.ac.at/wiki/VS  - Stichwort EVEU 2010

 

 

Fachspezifische Unterrichtsbegleitung EVEU

 

Klassenlehrer/innen haben die Möglichkeit zwischen zwei Begleitungsformen zu wählen.

 

Ø Fachspezifische Unterrichtsbegleitung EVEU (Intensiv-Begleitung)

 

für je 2 Klassenlehrer/innen der Grundstufe I und

 

für je 2 Klassenlehrer/innen der Grundstufe II pro Schulstandort

 

(Dauer der Intensiv-Begleitung: 2 Jahre)

 

Klassenlehrer/innen werden mit einer Wochenstunde im Unterricht unterstützt. Integrative Förderung der Kinder wird möglich. In der anschließenden Reflexions- und Planungsstunde findet Reflexion und Unterstützung bei der differenzierten Unterrichtsplanung auf Basis pädagogischer Diagnostik statt.

 

Fördermaßnahmen für einzelne Kinder werden erarbeitet, umgesetzt und reflektiert. Zur Intensiv-Begleitung gehört auch der Besuch des Qualitätszirkels. https://www.sonderpaed.at/fachbereiche/eveu/

 

 

 

Ø Fachdidaktik-Qualitätszirkel EVEU      (7mal im Schuljahr, je 4 UE)

 

Ein Kompetenzraum Legasthenie – Dyskalkulie eröffnet Lehrkräften

 

Basisinformationen, Kooperation, Austausch und Vernetzung.

 

https://vimeo.com/16498350

 

 

 

Diese prozessbezogene Unterrichtsbegleitung ermöglicht Nachhaltigkeit durch eine Vertiefung in evidenzbasierte Förderkonzepte.

 

 

 

Schulen bzw. Klassenlehrer/innen wählen den für sie optimalen Zeitpunkt einer Intensiv-Begleitung.

 

 

Ø Eine Wochenstunde „Information und Beratung zur Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und Rechenschwächen“

 

 

 

        Bedarfsorientierte Unterstützung von Klassenlehrer/innen bei der pädagogischen Diagnostik und bei der Planung spezifischer Fördermaßnahmen durch eine Förderlehrerin/einen Förderlehrer;

 

 

 

        Unterstützung bei der Planung von Fördermaßnahmen für Kindern mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten.

 

(Schuljahr 2019/2020: ressourcenbedingt zur Zeit nicht möglich!)

 

 

 

Ø Ein Kompetenzraum Legasthenie – Dyskalkulie pro Bezirk

 

Hier finden die Qualitätszirkel-Arbeitsgruppen und Förderstunden statt.

 

        Fördermaterialien für Lese-Rechtschreib- und Rechenschwächeförderung

 

 

 

        Lehr- und Lernumgebung, Fachliteratur, evidenzbasierte Förderkonzepte entsprechend der Handreichungen des BMBWF

 

 

 

        Funktionsräume für den Mathematik und LRS-Unterricht der 1. bis zur 4. Schulstufe

 

 

 

Inhalte:         

 

Evidenzbasierte Förderkonzepte für Lese-Rechtschreibförderung

 

Basis:

 

Handreichung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und SCHULPSYCHOLOGIE-BILDUNGSBERATUNG:  Evidenzbasierte LRS-Förderung. Bericht über die wissenschaftlich überprüfte Wirksamkeit von Programmen und Komponenten, die in der LRS-Förderung zum Einsatz kommen.

 

 

 

http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/user_upload/190731_Broschu__re_Evidenzbasierte_LRS-Fo__rderung_A4-BF.pdf (2019)

 

http://www.schulpsychologie.at/lernen-lernerfolg/lese-rechtschreibschwaeche/handreichungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Förderkonzepte für einen kompetenzorientierten und sprachsensiblen Mathematik-Unterricht mit Fokus auf Verständnis

 

Basis:

 

Empfehlungen einer aktuellen Mathematik-Fachdidaktik

 

 https://www.sonderpaed.at/fachbereiche/eveu/empfehlungen-mathematik-fachdidaktik/

 

 

 

BUNDESMINISTERIUM für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Die schulische Behandlung der Rechenschwäche, eine HANDREICHUNG. Wien (2018).

 

 

 

http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Dyskalkulie/rechenschwaeche.PDF

 

 

Formen der fachspezifischen Unterrichtsbegleitung
Organisation im Überblick

 

 

 

1.     Wöchentliche fachspezifische Unterrichtsbegleitung EVEU

 

(Intensiv-Begleitung)

 

 

 

a) FACHSPEZIFISCHE BEGLEITUNG IM UNTERRICHT (1 Wochenstunde)

 

b) REFLEXIONS- UND PLANUNGSSTUNDE                               (1 Wochenstunde) 

 

 

 

c) FACHDIDAKTIK-QUALITÄTSZIRKEL EVEU                 7mal pro Schuljahr (4 UE)

 

                                                                                                            von 15:00 – 18:15 Uhr 

 

 

 

 

 

2.     Begleitung im Fachdidaktik-Qualitätszirkel EVEU (7 Halbtage/Schuljahr)

 

 

 

c) FACHDIDAKTIK-QUALITÄTSZIRKEL EVEU                 7mal im Schuljahr  (je 4 UE)

 

                 (Professionelle Lerngemeinschaft /                                   von 15:00 – 18:15 Uhr

 

                 Prozessbezogene Fortbildung)                                           (bzw. nach Absprache)

 

 

 

Anmeldung:

 

Ø  Ansuchen um fachspezifische Unterrichtsbegleitung - bis zum 30. April für das Folgejahr beim zuständigen Koordinator/der Koordinatorin des Fachbereichs Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik, Bildungsdirektion Kärnten.

 

 

 

Formblatt 1 „Ansuchen um fachspezifische Unterrichtsbegleitung “

 

https://www.sonderpaed.at/fachbereiche/eveu/ansuchen-und-formulare/

 

 

 

 

 

Ø  Information über die Möglichkeiten dieses Unterstützungssystems im Unterricht erfolgt im Rahmen einer Schulleiter/innen-Konferenz  und/oder einer Aussendung durch die zuständigen Schulqualitätsmanager/innen an die Schulleitungen.  (März/April und zu Schulbeginn)

 

 

3. „Information- und Beratung zur Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Rechenschwierigkeiten“                                                                                                                      (1 Wochenstunde pro Bezirk)

 

 

 

(Schuljahr 2019/2020:  ressourcenbedingt zur Zeit nicht möglich!)

 

 

 

Diese Stunde ermöglicht eine Beratung bzw. Information im Hinblick auf Prävention und kann von allen Klassenlehrkräften eines Bezirks / einer Region in Anspruch genommen werden. 

 

Diese Stunde soll bedarfsorientiert genutzt werden.

 

So könnten z. B. im Rahmen von Schulkonferenzen Schwerpunkte der LRS- und Rechenschwäche-Förderung für ein ganzes Kollegium vorgestellt werden.

 

Genauso kann diese Stunde auch für die Feststellung des Leistungsstands im Lesen und Rechtschreiben sowie in Mathematik für Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb oder in Mathematik genutzt werden…

 

 

 

Ø Bedarfsorientierte Unterstützung bei der pädagogischen Diagnostik

 

 

 

Ø Unterstützung bei der Planung und Durchführung von individuellen und/oder inklusiven Fördermaßnahmen für Kindern mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten. („Lernen am Modell“)

 

 

 

„Der diagnostische Prozess kann von speziell geschulten Fachkräften durch spezifische Testverfahren unterstützt werden.“ Handreichung des BMBWF (2018, S. 42):  http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Dyskalkulie/rechenschwaeche.PDF

 

 

 

Anmeldung: Telefonisch oder per E-Mail

 

beim zuständigen Koordinator/der Koordinatorin im Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik, Bildungsdirektion Kärnten,

 

bzw. direkt bei der zuständigen Förderlehrerin / beim Förderlehrer

 

 

AUSGANGSLAGE:  PISA

 

7% der Kinder haben beim Erlernen des Lesens und Schreibens Schwierigkeiten. (Suchodoletz, 2006) PIRLS 2011 ergibt: 20 % leseschwache Schüler/innen am Ende der 4. Volksschule.

 

 

 

Ab der 3. Klasse lässt der Lesezuwachs stark nach, vor allem schwache Leser/innen und Leser machen kaum mehr Fortschritte. (Hattie-Studie, 2009)

 

Demnach bleiben schwache Leser/innen auf dem Level, auf dem sie ausgestiegen sind.

 

 

 

Die Pisa-Studien 2003 und 2012 über die Mathematik-Kompetenz der 15- bis 16-Jährigen ergaben jeweils eine Risikogruppe von 19 %. Für diese Gruppe ist die künftige Teilhabe am modernen beruflichen und gesellschaftlichen Leben gefährdet. (Vergleich: Finnland hat eine Risikogruppe von 6 %.) Dennoch sind nur 6 % aller Grundschüler/innen „rechenschwach“ im Sinne einer Dyskalkulie (Lorenz & Radatz, 1993), die restlichen 13% wären durchaus in der Lage, auf der Basis von Verständnis, problemlos zu rechnen.

 

Alle betroffenen Schüler/innen und Schüler zeigen deutlich unterdurch-schnittliche Mathematikleistungen bzw. einen großen Leistungsrückstand. Daher ist das Ansetzen in der Volksschule so enorm wichtig.

 

 

 

Bisher wurden diese Schwächen allerdings oft nicht oder erst (zu) spät erkannt und haben traditionelle Unterrichtsmethoden sogar die Schwächen in Mathematik noch verstärkt. Dieses Faktum wird durch die Studie von Michael Gaidoschik, Gründer des Recheninstituts Graz und Wien, 2010 bestätigt. 

 

(Nicht-zählendes Rechnen kommt nicht von selbst.“ www.recheninstitut.at)

 

 

Ausgangslage in Kärnten und Entwicklung:

 

2006/2007:  Einführung des Mobilen Dienstes: „Förderlehrer/innen für Kinder mit spezifischen Lernstörungen, insbesondere Legasthenie und Dyskalkulie“

 

 

 

Die Suche nach einer effizienten Umsetzung des Aufgabenbereichs „Hilfestellung und Beratung von Klassenlehrer/innen“ führte in den Jahren 2007 - 2010 zur Entwicklung des EVEU-Konzepts.

 

Dabei stand immer die zentrale Frage „Was tun im Unterricht - um Defizite und Misserfolgserlebnisse der Kinder von vornherein zu vermeiden?“ im Zentrum der Überlegungen.

 

Unterstützt wurde die Konzept-Entwicklung durch die offene Haltung der SPZ-Leiterin Andrea Wrulich, die Schulaufsicht mit Unterstützung durch LSI Dr. Dagmar Zöhrer. Neue Ideen konnten so in der Praxis erprobt werden. Die erste Umsetzung, die wegweisend für die weitere Konzeptentwicklung war, fand an der Volksschule Wölfnitz durch Frau Gabriele Zoltan statt. Der IMST-Fonds, eine Initiative des BMUKK, mit der Zielsetzung innovative Schulprojekte zu fördern, begleitete diesen Prozess.

 

2010:  Das Projekt EVEU wird mit dem IMST-Award ausgezeichnet.

 

Seit 2012/2013:  Übertragen des Konzepts auf die 3. und 4. Schulstufe

 

Seit 2013 arbeiten jedes Jahr zwischen 170 und 200 Klassenlehrer/innen gemeinsam mit Förderlehrer/innen in Fachdidaktik-Qualitätszirkel-Gruppen an der Weiterentwicklung ihres Unterrichts mit dem Fokus auf Prävention von LRS- und Rechenschwierigkeiten.

 

Seit 2015/2016 gibt es pro Schuljahr in Kärnten zwischen 17 und 21 Fachdidaktik- Qualitätszirkel-Gruppen. (abhängig von den Anmeldungen bzw. Ressourcen)

 

 

Das EVEU-Begleitlehrer/innen-Team trifft sich in 6 Arbeitstreffen pro Schuljahr sowie im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft der Förderlehrer/innen zur begleitenden fachspezifischen Fortbildung sowie zum Austausch und zur Reflexion.

 

Eine EVEU-Moodle-Plattform (www.eduacademy.at/eveu) unterstützt die Kooperation aller Mitwirkenden.

 

Insgesamt eine große bezirksübergreifende professionelle Lerngemeinschaft!

 

 

 

EVEU ist ein Konzept, das sich offen hält gegenüber neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft und neuen Erfahrungen aus dem Unterricht.

 

 

 

Erste Forschungsergebnisse in Kärnten

 

Die aktuelle Studie „Vom Zählen zum Rechnen“, 2014, von Gaidoschik, Guggenbichler, Fellmann, zeigt deutliche Erfolge durch die Umsetzung des EVEU-Konzepts. http://www.recheninstitut.at/2016/10/aktuelle-studie-vom-zaehlen-zum-rechnen/

 

Weitere Informationen / Links:

 

 https://www.imst.ac.at/imst-wiki/images/archive/c/c3/20091009065920!1505_Kittner_Anhang3.pdf

 

 

 

https://www.imst.ac.at/imst-wiki/index.php/EVEU_-_Ein_ver%C3%A4nderter_Elementarunterricht,_der_Rechenschw%C3%A4chen_und_Lese-Rechtschreibschwierigkeiten_vorbeugt_-_2010

 

 

 

Info-Film (2008/2009): https://vimeo.com/16498350

 

https://www.sonderpaed.at/fachbereiche/eveu/

 

 

 

Handreichungen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Schulpsychologie/Bildungsberatung:

 

 

 

 

 

https://pubshop.bmbwf.gv.at/index.php?rex_media_type=pubshop_download&rex_media_file=19_evidenzbasierte_lrs.pdf

 

 

 

http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Legasthenie/LRS_Handreichung.pdf

 

 

 

http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/lernen_leistung/Dyskalkulie/rechenschwaeche.PDF


 

„Nicht Leitung und Rezeptivität,

 

sondern Organisation und Aktivität ist es,

 

was das Lehrverfahren der Zukunft kennzeichnet.“

 

             

 

           (Johannes Kühnel, Neubau des Rechenunterrichts, 1916)

 

 

 

 

 

 

 

Wer das erste Knopfloch verfehlt,

 

kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurecht.“

 

 

 

(J. W. von Goethe)

 

                                                                                   

 

 

 

 

 

 

 

           „Wenn wenig Geld da ist,

 

           dann rechnet es sich, wenn wir es im Sinne der Chancengerechtheit

 

            ins Fundament investieren.“

 

(A.   Kittner)

 

Besuch der Bezirksschulinspektor/inn/en aus dem Burgenland, VS Pörtschach, 21. 6. 2011.

 

                Dipl. Päd. Angelika Kittner, Konzept und Umsetzung seit 2007, EVEU-Koordinatorin; Angelika@Kittner.at